Mahlzeit für Rentner in Güstrow: Warmes Gulasch gegen die Kälte
Nordkurier 13.12.2024 Selbst der designierte Bürgermeister Sascha Zimmermann (FDP) griff zur Kelle und schenkte bei der warmen Mahlzeit am Haus der Caritas in Güstrow Gulasch für den guten Zweck aus.
Eine warme Mahlzeit bei der winterlichen Kälte sorgt nicht nur für wohlige Temperaturen im Magen, sondern auch im Herzen. Das hat sich auch der Güstrower Tierarzt Dr. Bernd Linke gedacht und das mittlerweile dritte jährliche Rentner-Essen für den guten Zweck organisiert.
DRK und Caritas halfen mit
Gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband Güstrow, der in diesem Jahr die Feldküche und die Ausstattung stellte, wurden so mehr als 100 Liter Wildgulasch an die Güstrower ausgeschenkt. In der Gertrudenstraße vor dem Haus der Caritas standen die Helfer an den zwei Feldküchen, in der das Wildfleisch, organisiert von Tierarzt Linke, und die Gulasch-Zutaten, gespendet vom DRK, aufgekocht wurden.
Auch der designierte Bürgermeister Sascha Zimmermann (FDP) bekam eine Schürze um und half beim Ausschenken mit. Jagdhornbläser Stefan Fischer blies ins Horn zum Schüsseltreiben, in der Jagdtradition bezeichnet das das gemeinsame Essen nach erfolgreicher Jagd. In den Räumen der Caritas und in einem Zelt aus dem Betreuungszug des DRK, der eigentlich im Katastrophenfall zum Einsatz kommt, konnten die Besucher in Ruhe essen und die wärmende Gemeinschaft genießen.
Vorbereitung bis in die Nacht hinein
Zehn Ehrenamtler des DRK hatten tags zuvor das Gulasch bis in die Nacht hinein gekocht und alles vorbereitet. Katja Bendyk ist seit rund einem Jahr beim DRK und half beim Ausschank mit. „Meine Eltern waren selbst sehr engagiert und so war ich schon beim Kind oft beim DRK dabei. Nun kann ich als gelernte Köchin auch etwas zurückgeben, und das ist natürlich schön“, sagt Bendyk.
Janine Sprengel ist seit acht Jahren beim DRK tätig und half schon im vergangenen Jahr beim Aufbau. Jetzt stand sie selbst an der Feldküche und gab die Mahlzeiten aus. „Man schenkt hier seine Zeit für den guten Zweck und das ist eine tolle Sache. Im nächsten Jahr möchte ich auf jeden Fall wieder mithelfen“, sagt Sprengel.
Armut und Hunger sind ein Problem
Nach rund zweieinhalb Stunden war die Feldküche leer und die Bäuche voll. Ein tolles Ergebnis der Aktion, die von Bernd Linke ins Leben gerufen wurde. „Meine Großmutter ist im Ersten Weltkrieg fast verhungert“, erklärt Linke. Echtes Hungern und schlimme Armut wie damals erleben zum Glück nur noch die wenigsten, „doch auch die Senioren von heute müssen oftmals jede Mark dreimal umdrehen“, sagt Linke über die Beweggründe der Aktion.
Mit der warmen Mahlzeit wolle er vor allem den älteren Mitmenschen etwas zurückgeben und eine wärmende Mahlzeit in einer kälter werdenden Gesellschaft ermöglichen. Auch in 2025 soll die Renter-Mahlzeit wieder angeboten werden, sagt Linke.