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Güstrower in der Schuldenfalle

SVZ 24./25.02.2018 Andrang bei Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung ungebrochen /Erstmals offene Bürgerfragestunde des DRK

In der Schuldenfalle: Hier hilft die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung des DRK-Kreisverbandes Güstrow. FOTO: PATRICK LUX

GÜSTROW Der Andrang bei der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung des DRK-Kreisverbandes Güstrow ist ungebrochen. Die drei Mitarbeiterinnen in der Schuldnerberatungsstelle führten im vergangenen Jahr 1335 Beratungen für insgesamt 559 Hilfesuchende durch. „Leider waren auch 51 Kindervon der problematischen finanziellen Situation der Eltern direkt betroffen“, sagt Schuldnerberaterin Simone Obermann.
Insgesamt bearbeiteten die Berater1079 Forderungen mit einer Schuldensumme von insgesamt 1,2 Millionen Euro. Damit lag die Durchschnittsverschuldung einer Person bei 15 162 Euro. 46 Fälle konnten im Jahr 2017 beendet werden. 31 Anträge auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens wurden bearbeitet. „Anderen Betroffenen konnten wir durch Vergleichsverhandlungen helfen, von den Schulden frei zu werden“, informiert Simone Obermann. 72 Vergleichsverhandlungen wurden erfolgreich mit einem Regulierungsbetrag von 121 509 Euro abgeschlossen, zieht sie Bilanz.
„Wir habenfestgestellt, dass die Hauptursache für Überschuldung andauernde Arbeitslosigkeit war, also Sozialleistungen zum Leben bezogen wurden, aber auch Trennungen/Scheidungen und chronische Erkrankungen spielten eine große Rolle“, sagt Simone Obermann. Auch sei vielen Betroffenen nach wie vor nicht bewusst, dass Kosten im Haushalt unangemessen hoch seien, sodass nicht alle Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden konnten. „So sind oftmals Versicherungen viel zu teuer oder die Handyverträge nicht an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Dennoch konnten wir feststellen, dass sich das Konsumverhalten der Ratsuchenden hinsichtlich des Umgangs mit Handyverträgen positiv verändert hat. Die Anzahl der Betroffenen und die Schuldensumme hat sich durch einen vernünftigen Umgang mit Prepaid-Handy-Verträgen, verglichen mit dem Vorjahr, halbiert“, so Simone Obermann. Die DRK-Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle erweitert indiesem Jahr ihr Angebot für Ratsuchende und Betroffene. „Uns ist aufgefallen, dass Ratsuchende wenig über ihren eigenen finanziellen Haushalt wissen. Sie kennen ihre Ausgaben nicht und vergessenwichtige Bestandteile, wie z.B. Jahreszahlungen und Rücklagen für eventuelle Reparaturen, Bekleidung oder auch Geschenke in den Monat einzuplanen“, sagt Simone Obermann. Außerdem würden viele der Ratsuchenden glauben, wegen ihrer Schuldenins Gefängnis zu müssen. Sie würden nicht verstehen, was mit der Durchführung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gemeint sei. Auch die Folgen z. B. wenn Briefe nicht mehr geöffnet werden, seien nicht bekannt.
Um viele Menschen zu erreichenund ihnen Fragen zum Thema „Haushalt und Schulden“ zu beantworten, führt das DRK in der Friedrich-Engels-Straße 26 am 14. März von 18 bis 20 Uhrzum ersten Mal eine offene Bürgerfragestunde (Gruppenveranstaltung) durch. „Damit wollen wir Ängste nehmen und Informationen zum richtigen Umgang mit den Schulden geben“, sagt Simone Obermann. „Die Veranstaltung kostet den Interessenten lediglich Zeit und sollte auch für Erwerbstätige gut zu nutzen sein“, so die Schuldnerberaterin. grie

KONTAKT

Beratung
Betroffene können sich bei Problemen und Fragen auch telefonisch unter der Telefonnummer 03843/27799823 oder auch persönlich an die DRK-Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung wenden und einen Termin zur Regulierung der Schulden abstimmen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr, Montag bis Mittwoch von 13 bis 16 Uhr und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr.

 

 

28. Februar 2018 14:29 Uhr. Alter: 103 Tage