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Drückende Schulden und kein Ausweg in Sicht?

Nordkurier 28.02.2018 Die Nachfrage nach Schuldnerberatung ist nach wie vor ungebrochen hoch. Nicht zuletzt deshalb sucht die DRK-Beratungsstelle nach neuen Formen, um potenzielle Schuldner vor einem inanziellen Ruin zu bewahren.

Viele Betroffene öffnen irgendwann Briefe mit Mahnungen nicht mehr. Gegen diese Vogel-Strauß-Taktik setzt die DRK-Schuldnerberatung nun ein neues offenes Beratungsangebot. Foto: Christian Charisius

Teterow. Die durchschnittliche Verschuldung der Klienten lag im Jahr 2017 bei 15  162,09 Euro. So steht es im Jahresbericht von Simone Obermann, Schuldnerberaterin im DRK-Kreisverband Güstrow. Für manchen kommt dieser Betrag einem Jahreseinkommen gleich, bei anderen übersteigt er dieses sogar. Wie kommt man aus einer solchen finanziellen Klemme wieder heraus? Wie kann man sich davor bewahren, überhaupt in die Schuldenfalle zu geraten? Das sind die Fragen, mit denen sich Simone Obermann und ihre beiden Mitarbeiter tagtäglich auseinandersetzen müssen.
Die gute Nachricht: Es sind längst nicht mehr unangemessene Handy-Verträge, welche die Nutzer in den  inanziellen Ruin treiben.„Wir konnten feststellen, dass sich das Konsumverhalten hinsichtlich des Umgangs mit Handyverträgen positiv verändert hat. Die Anzahl der Betroffenen und die Schuldensumme hat sich durch einen vernünftigen Umgang mit Prepaid-Handy-Verträgen verglichen mit dem Vorjahr halbiert“, resümiert die Beraterin.
Was in ihrer Tätigkeit auffällt , ist der Umstand, dass Menschen wenig über ihren eigenen
 inanziellen Haushalt wissen. Sie kennen ihre Ausgaben nicht und vergessen wichtige Bestandteile, wie zum Beispiel Jahreszahlungen und Rücklagen für eventuelle Reparaturen, Bekleidung oder auch Geschenke einzuplanen. „Außerdem glauben viele der Ratsuchenden, wegen ihrer Schulden ins Gefängnis zu müssen. Sie verstehen nicht, was mit der Durchführung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gemeint ist“, macht Frau Obermann deutlich.
Das hat Folgen. So machten sich viele keine Gedanken darüber, welche Konsequenzen es hat, wenn Briefe nicht mehr geöffnet werden. So würden Fristen für Rechtsmittel versäumt und die Vogel-Strauß-Taktik könnte unter Umständen tatsächlich zu größeren Problemen führen, wenn gelbe Briefe vom Gericht mit Einladungen zur Vermögensauskunft ignoriert werden, zeigt die Fachfrau auf. Leider entschließen sich viele Klienten erst dann, fachlichen Rat einzuholen, wenn die Angelegenheit in ein kritisches Stadium kommt.
Um dem abzuhelfen, erweitert die Beratungsstelle ihr Angebot. Erstmalig bieten die Berater eine offene Bürgerfragestunde zum Thema „Haushalt und Schulden“ an. Diese  indet am 14.  März um 18  Uhr beim DRK-Kreisverband Güstrow, Friedrich-Engels-Straße  26, in Güstrow statt. Die Veranstaltung kostet den Interessenten lediglich Zeit und sollte auch für Erwerbstätige gut zu nutzen sein. Betroffene können sich bei Problemen und Fragen auch unter der Telefonnummer 03843 27799823 an die DRK-
Schuldner-/Verbraucherinsolvenzberatung wenden und einen Termin abstimmen.

28. Februar 2018 14:19 Uhr. Alter: 103 Tage